DIY/Haare/Pflege

Hilfe für trockene Haare: Haarkur selber machen!

Heute möchte ich euch zeigen, wie ich meine blondierten, trockenen Haare pflege – und wie ihr das ganz einfach selber machen könnt.

Wie bereits erwähnt, blondiere ich meine Haare selbst. Also vor allem: Ich blondiere meine Haare. Das ist natürlich sehr schlecht für sie, die Haare werden trocken und spröde, brechen leichter und brauchen sehr viel mehr Pflege als naturbelassene Haare. Ich habe über die Jahre herausgefunden, dass meine Haare am liebsten Ölkuren, also Fett als Pflege mögen. Nicht alle Haare sind gleich, for sure, wie ja auch nicht jede Haut, alle Wimpern oder jeder Stoffwechsel das Gleiche mögen oder nicht mögen.

Grundsätzlich solltet ihr herausfinden, ob euer Haar eher Protein oder Feuchtigkeit braucht. Das zeigt sich ziemlich schnell durch folgenden Test, das Wet Assesment: Wascht eure Haare ganz normal und lasst sie leicht antrocknen. Dann schnappt ihr euch ein einzelnes Haar und zieht ein bisschen daran. Euren Haaren fehlen Proteine, wenn sie sich länger als normale Haare dehnen lassen und dann brechen, sich gummi-artig und kraftlos anfühlen. Das trifft zwar auf meine Haare zu, jedoch habe ich mit Protein-Kuren schreckliche Erfahrungen gemacht: Die Haare wurden noch brücher, fast schon „hart“ und liessen sich kaum mehr kämmen oder dehnen. Eindeutig ein Zeichen für zu viel Protein im Haar. Zu wenig Feuchtigkeit hat euer Haar, wenn es sich auch im feuchten Zustand struppig anfühlt und sehr schlecht kämmen lässt.

Wenn ihr euch noch nicht sicher seid, probiert zwei verschiedene DIY-Masken für euer Haar aus, eine auf Eiweiss-, also Protein-Basis, und eine für Feuchtigkeit. Als Proteine könnt ihr zum Beispiel Eier oder Joghurt nehmen, oder beides, und das in den feuchten Haaren etwa 20 Minuten einwirken lassen – danach gründlich ausspülen! Falls ihr lieber auf fertige Produkte zurück greift, sucht nach Shampoos, Spülungen und Masken, die Weizen-, oder Seidenproteine enthalten (auf der Rückseite bei den Inhaltsstoffen als „Hydrolized Wheat / Silk Protein“ zu finden). Auch Ei, Milch oder Soja als Inhaltsstoffe finden immer mehr ihren Weg in Haarpflegeprodukte.

Arganöl Haare Haarmaske selber machen Kokosöl

An dieser Stelle herzlichen Dank an meine wunderschöne Wand im Badezimmer! Great Job!

Für eine Feuchtigkeits-Maske kommt mein Rezept zum Einsatz: Ich erhitze je einen Teelöffel Kokosöl (natürlich!), Arganöl und Olivenöl im Wasserbad, bis das Kokosöl geschmolzen ist. Danach verteile ich das Ölgemisch entweder im trockenen Haar, als Pre-Wash-Kur, oder im feuchten Haar. Wenn ihr die Öl-Maske nach dem Waschen in die feuchten Haare gebt, wird das Wasser (= Feuchtigkeit!) durch das Öl in die Haare eingeschlossen – also genau das, was ich will. Ich lasse die Öle jeweils so lange es irgendwie geht – mindestens aber 20 Minuten – einwirken. Nach dem Ausspülen und Lufttrocknen sind meine Haare schön weich und fluffig, aber nicht schwer und sie werden auch nicht schneller fettig. Das Arganöl für meine Haare habe ich übrigens in einem französischen Supermarkt gekauft. Reines Arganöl ist relativ teuer – diese kleine Flasche mit 30ml hat knapp zehn Euro gekostet – und stinkt!! Vergesst den geilen Vanille-Glacé-Geruch, den alle Haarprodukte mit Arganöl versprühen. Das reine Öl stinkt leider nach Zienegstall. Aber es hilft!

Ihr werdet recht schnell merken, auf welche Maske eure Haare besser ansprechen – also, was eurem Haar fehlt. Achtung: Es kann auch sein, gerade bei chemisch behandelten Haaren, dass euren Haaren Proteine und Feuchtigkeit gleichermassen fehlt. In dem Fall könnt ihr die beiden Haarmasken miteinander kombinieren – also zum Beispiel eine Ei-Öl-Maske anrühren.

Ausserdem zu beachten bei feuchtigeitsarmen Haaren:

  • Milde Shampoos benutzen! Viele herkömmliche Shampoos haben sehr scharfe, starke Waschtenside, so genannte Sulfate. In fast jedem Shampoo, das ihr in der Drogerie oder beim Friseur kaufen könnt, steht Sodium Laureth Sulfate an erster Stelle der Inhaltsstoffe. Dieses Sulfat reinigt extrem gründlich – was natürlich die Aufgabe eines Shampoos ist. Gleichzeitig wirkt es aber durch seine starke Reinigungswirkung austrocknend und entzieht so den Haaren und vor allem der Kopfhaut Feuchtigkeit. Der Langzeit-Effekt: Schneller nachfettende Kopfhaut, trockene Längen und splissige Enden. Daher solltet ihr, wenn dies auf eure Haare zutrifft, auf milde Shampoos zurück greifen. Es kann sein, dass eure Haare eine Zeit brauchen, bis sie sich daran „gewöhnt“ haben. Auf diese Thematik werde ich in einem späteren Blogpost noch genauer eingehen. Da gibt es nämlich ganz wunderbare Möglichkeiten und Experimentierfelder!
  • Auf Hitze weitestgehend verzichten! Jedes Mal, wenn ihr eure Haare föhnt oder mit dem Glätteisen bearbeitet, entzieht ihnen diese Prozedur Feuchtigkeit. Falls irgendwie möglich, versucht also darauf zu verzichten.
  • Silikonfreie Produkte benutzen! Silikone (weichmachende Inhaltsstoffe in Shampoos, Spülungen und Masken), die sich nicht auswaschen lassen, legen sich um die Haare und bilden einen Film auf der Kopfhaut. Dadurch trocknen Haar und Kopfhaut unter dieser Schicht immer mehr aus, weil weder genügend Luft noch andere, pflegende Inhaltsstoffe dran kommen können. Am besten benutzt ihr also silikonfreie Shampoos. Auch zu diesem Thema wird es noch einen gesonderten Blogpost geben. Eine ziemlich gute Seite zu diesem Thema ist diese hier.
  • Auf Alkohol verzichten! Genau, füllt euch nicht immer so hemmungslos die Lampe, ihr kleinen Säufer! Kleiner Joke am Rande. Natürlich geht es auch hier um Alkohol als Inhaltsstoff in Haarpflegeprodukten. Das ist so etwa der austrocknendste Stoff, den ihr auf eure Haare pappen könnt. Leider wird Alkohol auch oft als Konservierungsstoff eingesetzt und ist deshalb in sehr vielen Haarprodukten zu finden. Es lohnt sich also immer, die Inhaltsstoffe genau durch zu lesen.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Überblick über die wichtigsten Anhaltspunkte geben und euch vielleicht ein bisschen inspirieren. Ich lerne aber auch immer gerne dazu, wenn ihr also noch mehr Rezepte für DIY-Haarpflege habt oder noch besser über dieses Thema Bescheid wisst, ab damit in die Kommentare. Jegliche konstruktive Kritik, Denkansätze oder Horizonterweiterung nehme ich gerne an.

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