DIY/Pflege/Review

Haare selber aufhellen?

Ich blondiere mir die Haare seit Ewigkeiten selber und habe dabei gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Das sind meine Tipps zum Thema Haare selber aufhellen für euch!

Alles hat als 12-Jährige angefangen. Ich wollte unbedingt blond sein. Als kleines Kind hatte ich strohblonde Haare, die sich allerdings mit zunehmendem Alter in dieses berühmte „Strassenköterblond“ verwandelt haben. Aschblond eben. Jedenfalls hat mir meine Mutter den Vogel gezeigt, es sei völlig übertrieben sich mit 12 die Haare zu färben. Zwei Jahre später sass ich mit einer Strähnchenhaube auf dem Kopf auf dem heimischen Klodeckel während mein Mami meine Haare mit einem dünnen Haken durch die Löchlein der Haube zog und die Blondiercreme darauf verteilte. Eine Dreiviertelstunde später hatte ich eine Debbie-Harry-Gedenkfrisur – die Farbe stimmte und, weil die Haare durch das Blondieren so strapaziert und aufgebauscht waren, auch der Look. Ich fands supercool und beschloss, von nun an immer eine DIY-Blondine zu bleiben und mir die Haare selber aufzuhellen.

Dem bin ich bis heute, 12 Jahre später, treu geblieben. Ein paar Mal habe ich beim Friseur Strähnen setzen oder den Ansatz nachblondieren lassen, war aber nie wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Selber kann ich das besser. Ich krieg zwar nicht immer von Anfang an mein Wunschresultat hin, aber mittlerweile kenne ich die Tricks, damit am Schluss alles silbern glänzt auf meinem Kopf. Wenn ihr euch das auch zutraut, habe ich ein paar Tipps für euch.

Die Ausgangslage
Ich habe keine braunen Haare, sondern wie beschrieben von Natur aus einen Aschton, der allerdings nicht wahnsinnig kühl ist. Ich habe ein paar Rot- und Gold-Pigmente dabei, was das Bleichen zusätzlich erschwert. Allerdings sind die Haare auch nicht wirklich dunkel, auf einer Friseurskala wird meine Farbe noch als Dunkelblond beschrieben. Das hat den Vorteil, dass ich bereits mit sanftem Oxidant ein gutes Ergebnis erziele.
Achtung: Ich habe nie den natürlichen, „sun kissed beach babe“-Look angestrebt. Mein Ziel waren immer flächig platinblonde Edie Sedgwick-Haare. Für Haare wie von der Sonne geküsst geht ihr wirklich besser zum Friseur, Strähnchen selber machen ist nämlich sehr schwer bis unmöglich – ausser ihr habt professionelle Hilfe zur Hand. Ausserdem kann es sein, dass eure Haare nach dem Blondieren keine neue Farbnuance mehr annehmen oder sich diese sehr schnell wieder rauswäscht. Überlegt euch diesen radikalen Schritt also gut!

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Der Segwick-Look stimmt schonmal – die Farbe noch nicht ganz. Kein Problem!

Schritt Eins: Die richtige Blondierung
Vergesst alles, was es in der Drogerie zu kaufen gibt. Es gibt zwar ein paar wenige Produkte, die ganz okay sind. Dazu gehören die Produkte der Schwarzkopf Poly Blonde-Reihe, aber das wars dann auch schon. Die meisten „Blondierungen“, die man in der Drogerie bekommt, sind einfach zu schwach, um eure Haare genügen aufzuhellen. Ich kaufe meinen Oxidant (das ist der „Entwickler“, den ihr mit dem Blondierpulver anmischt) direkt beim Friseur oder im Friseurbedarf. Online gibts bestimmt auch eine Million Möglichkeiten. Am besten lasst ihr euch direkt im Geschäft beraten. Die Stärke des Oxidants ist abhängig von eurer Ausgangsfarbe und der Stärke der Aufhellung, die ihr erreichen wollt. Dabei gibt es einige Faktoren zu bedenken: Von dunkel auf ganz hell in möglichst kurzer Zeit bedeutet eine hohe Oxidanten-Stärke, aber auch die stärkst mögliche Strapaze fürs Haar. Wenn ihr dicke, strapazierfähige Haare habt, ist das eine Möglichkeit. Grundsätzlich gilt aber: Lieber mehrmals blondieren, dafür sanfter und den Haaren dazwischen genügen Zeit zum Erholen lassen. Eine Woche als Ginger rumlaufen ist weniger schlimm, als seine gesamten Haare in traurigen, abgebrochenen Fäden auf dem Badezimmerboden wiederzufinden. Ihr seht also schon: Die Drogerie-Blondierungen lassen euch diese Freiheiten nicht. Hier sind der Oxidant und das Mischverhältnis schon vorgegeben. Das kann gar nicht bei allen funktionieren!

Schritt Zwei: Die Einwirkzeit
Grundsätzlich lasse ich die Blondierung für mein Wunschergebnis sicher eine halbe Stunde einwirken. Nach spätestens einer Dreiviertelstunde wird ausgewaschen. Eure ideale Einwirkzeit müsst ihr erst selbst herausfinden. Eine halbe Stunde als Richtwert ist aber sicher nicht schlecht. Nach 20 Minuten könnt ihr an einer Teststrähne (am besten am unteren Hinterkopf, wo mans nicht so gut sieht) etwas Blondierung mit einem Kosmetiktuch abnehmen und schauen, wie stark das Haar schon aufgehellt ist. Grundsätzlich gilt: Lieber einen Tick zu lange drauf lassen. Der Aufhellprozess passiert über verschiedene Orange- und Gelb-Stufen. Wenn ihr die Blondierung also zu früh auswascht, habt ihr gelbe oder orange Haare. Aber, wie bei Schritt eins beschrieben, je nachdem für welche Methode ihr euch entscheidet könnt ihr nach einer Ruhepause auch einfach nochmals blondieren.

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Lebensretter: Directions in „Silver“ und „Lavender“

Schritt Drei: Das Abtönen
Dieser Schritt ist für mich der wichtigste. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele, die selber blondieren, diesen Schritt gerade am Anfang auslassen oder gar nicht davon wissen. Also: Auch bei mir ist es oft noch so, dass nach dem Blondieren ein bisschen „brassy blonde“, also gelbliches Blond, zurückbleibt. Meine absoluten Lebensretter sind hier die Farbcremes von Directions. Oft gibt es die in solchen „Grufti“-Läden zu kaufen. Aber auch online kann man sie gut bestellen. Ich nehme zum Abtönen meiner blondierten Haare am liebsten „Silver„, damit bekommt ihr wirklich ein weisses, je nach Licht silber-graues Ergebnis. Wenn ich grad lustig bin und Mermaid-Hair möchte, kommt auch mal „Lavender“ aus dem Töpfchen aufs Köpfchen – allerdings gemischt mit Conditioner, um die Farbe etwas abzuschwächen. Auch gut geeignet und vielerorts empfohlen ist der „White Toner„. Auch der funktioniert bei mir gut, ist aber manchmal zu wenig stark. Die Toner aus der Diretcions-Reihe können unverdünnt, also ohne die Zugabe von Conditioner, verwendet werden. Ich mache etwa alle zwei Wochen eine Behandlung damit und lasse die Mischung gut 20 Minuten einwirken. Statt Conditioner könnt ihr auch eine Maske nehmen, das mache ich auch, damit habt ihr auch gleich noch eine Treatment-Behandlung.
Allgemein gilt: Alles mit Violett- oder Blau-Pigmenten wirkt dem Gelbstich entgegen weil Komplementärfarben. Also auch violettblaue Silbershampoos. Mein liebstes aus dem Friseurbedarf ist das Schwarzkopf Bonacure Color Freeze Silver Shampoo weil es wirklich sehr hoch pigmentiert ist, gut riecht und die Haare sehr schön pflegt. Aus der Drogerie kann ich das Swiss O Par Silbershampoo empfehlen. Etwa einmal pro Woche benutze ich ein Silbershampoo und lasse es etwa zwei Minuten einwirken. Ich arbeite lieber mit Shampoos und Directions gegen den Gelbstich als mit Kuren und Masken, die nutze ich ausschliesslich zur Pflege. Damit kommen wir zum nächsten Punkt.

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Ei-Cognac-Shampoo und Monoi-Öl-Maske von Guhl, Nashi-Haaröl als Leave In

Schritt Vier: Die Pflege
Blondieren ist das Schlimmste, was ihr euren Haaren antun könnt. Das ist einfach so. Da werden Pigmente zerstört in den Haaren und keine neuen hinzugefügt – es sei denn, ihr färbt nach dem Blondieren mit einer anderen Blond-Nuance drüber. Aber es kann sehr gut sein, dass eure Haare, gerade direkt nach dem Blondieren, keine neuen Farbpigmente annehmen. Pflege ist nach dem Abtönen der wichtigste Punkt beim DIY-Blondieren.

Meine Routine sieht folgendermassen aus:
1. Ich wasche meine Haare nur 2-3 Mal die Woche mit einem milden, feuchtigekeitsspendenden Shampoo. Alles andere trocknet meine Haare nur zusätzlich aus.
2. Nach jeder Wäsche benutze ich eine Maske, keinen Conditioner! Conditioner pflegen eure Haare nicht, sondern versiegeln nur die Haaroberfläche und lassen die Haare glänzen. Blondierte Haare brauchen aber Tiefenpflege.
3. Wenn irgendwie möglich lasse ich meine Haare lufttrocknen, weil viel schonender. Und weil ich den Anblick von abgebrochenen Haaren auf dem Badezimmerboden nicht ertrage. Hui!
4. Ich benutze jedes Mal nach dem Duschen ein Haaröl (momentan habe ich ein Pröbchen vom Nashi-Arganöl zuhause und finde das sehr gut!) oder einen Leave-In-Spray. Note: Auch wenn ich die Haare nicht mit Shampoo wasche, mache ich sie bei jedem Duschgang nass und massiere mit den Fingerspitzen die Kopfhaut.
5. Wenn ich die Haare föhne, benutze ich Hitzeschutz

Ihr seht also: Blondierte Haare sind nicht nur nicht ganz so einfach zu bekommen, sondern benötigen auch viel Pflege und Arbeit, um die Farbe zu erhalten. Mit dieser Routine fahre ich allerdings schon sehr lange gut und bin zufrieden mit meiner Haarfarbe. Was sind eure Tipps und Tricks?

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